Obwohl ich mir nicht sicher bin, wie lange noch: Im Moment lebe ich noch. Ich bin nur erkältet und leide halt so vor mich hin. Außerdem bin ich ins Sommerloch gefallen (ob das dadurch entsteht, dass die Leute bei dieser Hitze zu faul für jede Art von Bewegung sind?).
Dagegen hilft noch nicht mal die bevorstehende Prüfungszeit, die mich sonst ja in allen anderen Lebensbereichen sehr aktiv werden lässt. Das heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass ich im Moment viel lerne.
Tja. So siehts aus. Jetzt werde ich mich mal mit Lebensmitteln eindecken und meine Schulden bei der Bibliothek begleichen. Gehabet euch wohl.
Ich saß oft in der Schule und fühlte mich völlig schlapp. Und weil ich selbst nicht denken konnte schrieb ich eben ab. Ich war immer so antriebsschwach, als kleiner Junge schon. Heute weiß ich endlich den Grund: Schilddrüsenunterfunktion.
Schilddrüsenunterfunktion….
Wenn wir Fußball spielten, musste ich immer ins Tor.
Und meistens war es so, dass meine Mannschaft verlor.
Und soll ich euch mal was sagen? Es war mir scheißegal.
Denn bei Schilddrüsenunterfunktion ist das total normal.
Ich ging in den Musikverein: Ich lernte Klarinette.
Doch nicht so lange wie mein Lehrer das gern gesehen hätte.
Ich machte auch kein Abitur. Ich war kein guter Sohn.
Jetzt wissen wir alle warum: Schilddrüsenunterfunktion.
Schilddrüsenunterfunktion….
Dann kam die Zeit da hat mich Jesus inspiriert.
Franz von Asisi hat mich zu Lyrik inspiriert.
Ich floh vor dem Alltag in die Welt der Religion.
Ich fühlte Gott in mir, doch es war Schilddrüsenunterfunktion.
Ich kam mit der ganzen Gesellschaft nicht klar, ich fand sie ungerecht.
Ich war für Sozialismus, Anarchie fand’ ich auch nicht schlecht.
Ich hatte sogar Sympathien für Umsturz und Revolution.
Und was war es wirklich? Schilddrüsenunterfunktion.
Ich habe geheiratet: Eine sensible Brünette
mit einer tollen Aura. Sie hieß Ulrike-Anette.
Wir durchquerten das Universum mit Tarot und Meditation.
Ich hielt es für Liebe, doch es war Schilddrüsenunterfunktion.
Schilddrüsenunterfunktion…..
Alles war so mühsam. Ich fühlte mich oft so leer.
Nichts ging ohne Probleme. Alles fiel mir so schwer.
Sogar der Sex: Kaum war ich drin, da kam ich auch schon.
Jetzt weiß ich warum: Schilddrüsenunterfunktion.
Und immer die Unzufriedenheit, schlechte Laune, Schmerzen:
Magendrücken, Leistengegend, sogar am Herzen.
Ich dachte an Rinderwahnsinn, an Ganzjahresdepression.
Doch die Blutwerte zeigten: Schilddrüsenunterfunktion.
Jetzt hab’ ich Tabletten, die nehm’ ich morgens ein:
Bald werde ich so normal wie alle anderen sein.
Dann schreib’ ich endlich einen Roman – den Titel hab’ ich schon.
Doch ich verrate ihn nicht: …
Schilddrüsenunterfunktion…….
Ja, der Funny van Dannen. Ein Lied über meine liebste Ausrede in Tagen wie diesen…
Komisch eigentlich, ich dachte aus dem Alter, in dem man sowas lustig findet, sind wir raus. Herr Soboczynski is das auch. Der meint das ernst. Ich finds zumindest in Verbindung mit meinem Kinderwitz lustig.
Naja, und außerdem wollte ich halt auch mal was über die ganze Debatte über das Internet sagen. Auch wenns das ja gar nicht gibt. Genauso wenig wie es einen Konsens gibt.
Dafür gibt es mal wieder ganz viel schwarz-weiß Denken. Aber das scheint ja eh wieder im Kommen zu sein. Naja, macht das Leben halt leichter.
Ich war in Bielefeld und habe mich kulturell weitergebildet. Oder so. Naja, jedenfalls habe ich eine Warnung und eine Empfehlung für euch.
Die Warnung ist nicht ortsgebunden, also an alle Kinogänger Deutschlands: Meidet den Film Eldorado. Lahme Story; Handlungsstränge, die aus dem Nichts auftauchen und dahin auch wieder verschwinden; nicht einmal die Bilder können wirklich überzeugen. Der Himmel allein weiß, was Cannes und die Academy an dem Film fanden. Vielleicht hab ich auch die tiefere Botschaft nicht verstanden.
Positiv hingegen fiel mal wieder die Kunsthalle Bielefeld auf: 1968 -Die große Unschuld konnte mit Kunst und Architektur des berühmten Jahrgangs überzeugen. Viele eindringliche Impressionen, für meinen Geschmack und mein Vorwissen hätten es mehr Informationen sein können - für “Einsteiger” würde sich wohl eine Führung anbieten.
Was übrigens lobend erwähnt werden sollte, ist - neben den teilweise wirklich interessanten Ausstellungen der Kunsthalle Bielefeld -, dass die Preise gerade für Studenten mehr als fair sind (3,50 Euro). Wer die Gelegenheit hat, sollte hin!
Ich weiß, ich bin wieder mal spät dran. Aber hier auf dem Dorf ticken die Uhren halt anders. Für alle anderen Dorfkinder und Hinter-dem-Mond-Wohner also an dieser Stelle die dringende Empfehlung, sich diesen Film anzusehen. Die zig Millionen Oscars sind durchaus verdient.
Beeindruckende Bilder, beeindruckende Schauspieler und eine genauso beeindruckende Story. Selten sehe ich Filme, bei denen meine Konzentration nicht nachlässt, aber bei Slumdog Millionaire habe ich tatsächlich von der ersten bis zur letzten Sekunde gebannt auf die Leinwand gestarrt.
Einziger Wermutstopfen: Die Bollywood-Tanzszenen beim Abspann. Aber da muss ja niemand mehr hinsehen.
What came first, the music or the misery? People worry about kids playing with guns, or watching violent videos, that some sort of culture of violence will take them over. Nobody worries about kids listening to thousands, literally thousands of songs about heartbreak, rejection, pain, misery and loss. Did I listen to pop music because I was miserable? Or was I miserable because i listened to pop music?