Mi 16 Jan 2008
It’s only words
Posted by somuchcloser under .
Letztes Jahr habe ich erschreckend wenige Bücher gelesen, die Seitenanzahl wurde wohl lediglich durch den letzten Harry Potter in die Höhe getrieben. Dagegen fängt dieses Jahr schon recht vielversprechend an. 3 Bücher habe ich bisher geschafft.
Das erste war ein Weihnachtsgeschenk, das neue Werk meines Lieblingsautors Nick Hornby. Slam ist offiziell ein Jugendroman, und eigentlich habe ich schon den Großteil meiner Jugend keine Jugendbücher mehr gelesen. Aber Sympathie verpflichtet, und auch wenn ich nicht zur Zielgruppe gehöre und das Buch für mich keine Bedeutung wie High Fidelity, About a Boy oder A long way down erreichen wird, war Hornbys Stil wie immer angenehm unaufgeregt und ironisch. Popliteratur, die ich mir als Jugendlicher gewünscht hätte. Aber als nächstes hätte ich den Hornby gerne wieder für mich.
Das zweite Buch würde ich gerne unterschlagen, da es ein nicht erwähnenswerter Frauenroman war. Ich könnte Ausreden erfinden, stattdessen gestehe ich einfach, dass ich manchmal gerne in Klischees bade. Darüber zu berichten lohnt sich allerdings wirklich nicht.
Das dritte und damit letzte Buch hingegen hat mich sehr begeistert. Ich bin sehr spät dran, die halbe Welt hat es schon vor mir gelesen, während ich mich noch vor einem weiteren schlechten, aber gehypten Bestseller gefürchtet habe. Ich gebe es nicht gerne zu, aber: Ich hatte Unrecht. Der Schatten des Windes ist eine, und es tut mir Leid so ein abgedroschenes Wort zu benutzen, durch und durch bezaubernde Geschichte. Bereits die ersten Seiten reißen mit und gehen nah. Man findet sich in einem Barcelona wieder, das unter den Folgen des Bürgerkrieges und der Diktatur Francos leidet.Mitten in diese trostlosen, traurige Stadt setzt der Autor einen so wundervollen, geheimnisvollen Ort wie den Friedhof der vergessenen Bücher, von dem aus sich die komplexe Handlung entfaltet.
Was du hier siehst, Daniel, ist ein geheimer Ort, ein Mysterium. Jedes einzelne Buch hat eine Seele. Die Seele dessen, der es geschrieben hat, und die Seele derer, die es gelesen und erlebt und von ihm geträumt haben. Jedesmal, wenn ein Buch in andere Hände gelangt, jedesmal, wenn jemand den Blick über die Seiten gleiten lässt, wächst sein Geist und wird stark.
Es entwickelt sich eine Geschichte, die so spannend ist, dass man Nächte durchlesen möchte; deren Charaktere so liebevoll beschrieben sind, dass sie einem beinahe real vorkommen; eine Geschichte deren Tragik einen manchmal fast zum Weinen bringt, die aber auch ihren Humor nie ganz verliert.
Eine Geschichte, die man, in meinen Augen, gelesen haben muss. Auch dann, wenn man dem Lesen abgeschworen hat. Mein Angebot es dir vorzulesen steht noch
Hier noch ein paar kleine Auszüge…
Das Schicksal lauert immer gleich um die Ecke - wie ein Dieb, eine Nutte oder ein Losverkäufer, seine drei trivialsten Verkörperungen. Hausbesuche macht es hingegen keine. Man muss sich schon zu ihm bemühen.
“Und bewahr dir deine Träume”, sagte Miquel. “Du kannst nie wissen, wann du sie brauchst.”
Die Zeit hat mich gelehrt, die Hoffnung nicht zu verlieren, aber auch, nicht allzu sehr auf sie zu bauen. Die Hoffnung ist grausam und eitel, hat kein Gewissen.
Ja. Eigentlich wollte ich noch aus meinem Leben berichten und euch auch mal wieder Musik bieten und so. Aber ehrlich gesagt hab ich gerade keine Lust. Und das sagt schon ziemlich viel über meinen momentanen Gemütszustand… Beim nächsten Mal dann wieder mehr von dummen Studenten. Vielleicht verrate ich euch mal meine Lieblingsspitznamen für sie oder so. Schlaft mal schön und seid fleißig. Kauft euch das Buch. Liebt euch. Und wenn ihr könnt, auch mich… Und so.
Januar 16th, 2008 at 11:11 pm
wem gilt das angebot?
eine aufforderung fällt schwer, die andere nicht. hab dich ziemlich sehr doll lieb du alte buchbrumme
Januar 16th, 2008 at 11:19 pm
so nem komischen typen, der früher mal kafka und kundera gelesen hat und jetzt seit jahren kein buch mehr angerührt hat. freak

herzi, das andere übernehm ich für dich
Januar 16th, 2008 at 11:23 pm
da hat der freak das wohl nötig… =)
mh, ich glaub, dass muss ich alleine machen, aber danke schatz!
Januar 17th, 2008 at 7:02 am
glaube aber kaum, dass freaky sich hier outen wird, … wie peinlich!
Januar 17th, 2008 at 11:35 am
so peinlich isser nich, ich geb nur die hoffnung nicht auf, ihn doch noch dazu zu bewegen. dies hier nennt man psychologisch die provokative methode
und außerdem weiß er ja, wie das gemeint is…
September 25th, 2010 at 5:36 pm
Wo stammt das Zitat
“Die Zeit hat mich gelehrt, die Hoffnung nicht zu verlieren, aber auch, nicht allzu sehr auf sie zu bauen. Die Hoffnung ist grausam und eitel, hat kein Gewissen.”
her? Danke, Peter
September 26th, 2010 at 9:53 am
das ist aus “der schatten des windes”…
September 26th, 2010 at 6:54 pm
Die Zeit hat mich gelehrt, die Hoffnung nicht zu verlieren, aber auch, nicht allzu sehr auf sie zu bauen. Die Hoffnung ist grausam und eitel, hat kein Gewissen.
Woher stammt das Zitat?
September 26th, 2010 at 6:54 pm
Ups. Kannst du mir auch sagen, wo das genau im Buch steht? Danke, Peter
September 26th, 2010 at 7:00 pm
hmm nee, sorry, so genau hab ich mir das nicht notiert… und mir ist das jetzt auch zu dick, um das danach zu durchsuchen